Wie Du über Deine negativen Gefühle hinwegkommen kannst

Kennst Du das, du lebst Deinen Alltag und wirst durch etwas im Außen gedanklich abgelenkt. Dann steckst Du stundenlang mit Gedanken in diesem Ereignis fest. Es kommen Gefühle hoch, die Dich noch mehr zum Denken anregen. Und nach einer Weile hängst Du so in dieser Gedanken- Gefühlsschleife fest, dass Du einfach nicht mehr raus kommst? Du, genau darüber will ich heute berichten.

 

Was ist ein Gefühl oder eine Emotion?

Oft werden im allgemeinen Sprachgebrauch das Wort Gefühl und das Wort Emotion gleich definiert. Wenn ich also nun von Gefühl oder Emotion spreche, meine ich auch dasselbe. Aber zur Vervollständigung möchte ich erwähnen, dass es wohl Unterschiede gibt.

Die meisten wissen, woher das Wort Emotion kommt: vom lateinischen emotio = heftige Bewegung, emovere = aufwühlen, heraustreiben. In Neudeutsch e-motion = Energie in Bewegung. Bei der Definition aber sieht es schon ganz anders aus.

Hofstätter spricht davon, dass Gefühle das Endprodukt von aufgenommenen Reizen aus der Außenwelt durch unsere Sinnesorgane, wie sehen, hören, riechen, schmecken und spüren sind. Sie vermitteln uns also ein Bild von der uns umgebenen Außenwelt, aber auch von Vorgängen unseres Körpers. Gefühle sind nicht nur Ausdruck der Tatsachen in der Außenwelt, sondern auch unserer eigenen Beurteilung bezüglich dieser.

Der eine liebt Regen, der andere findet ihn schrecklich. Jeder nimmt etwas anderes wahr und fühlt sich entsprechend anders.

William James schreibt: „Wir sind traurig, weil wir weinen, wütend, weil wir zuschlagen, wir haben Angst, weil wir zittern“. Die motorischen Reaktionen des Weinens, Zuschlagens und Zitterns sind Emotionen. Das kommt vom Wort movere = bewegen. Emotion ist also eine Gemütsbewegung. Gefühlswahrnehmung bezeichnet er als die sensorische Erfahrung der Wut, der Angst, der Traurigkeit.

 

Ich will das jetzt mal etwas vereinfachen:

Gefühle versprachlichen das, was wir körperlich erfahren: Angst, Wut, Ärger, Furcht, Eifersucht, Freude, Liebe, Glück, Neugier, Vertrauen…

Die Emotion ist das, was wir neurologisch im Körper messen können.

 

Wie sammeln wir Erfahrungen?

Wir alle haben in unserem Leben positive sowie negative Erfahrungen durch verschiedene Erlebnisse gesammelt. Dabei können diese Erfahrungen durch sehr

  • intensive einmalige Erlebnisse (z.B. der erste Kuss, Hochzeitstag, Unfall, Todesfall, Vergewaltigung…) oder durch sich
  • ständig wiederholende Erlebnisse gemacht worden sein (Skifahren lernen, Vokabeln pauken, Eltern sagen „sei nicht so laut, sei lieb, brav, nett“ , Mitschüler sagen „du bist doof, hässlich“, bei der Oma gibt es immer leckeres Essen)…

 

Wie erschaffen wir nun durch diese Ereignisse Emotionen?

Wenn gerade in der Außenwelt etwas passiert, so nehmen wir dies blitz schnell mit unseren Sinnesorganen (hören, sehen, spüren, riechen, schmecken) auf. Die Informationen werden im Neocortex verarbeitet, das ist der äußerste, größte Teil unseres Gehirns und Sitz des bewussten Verstands, und dieser formt daraus blitzschnell Gedanken.

Der Neocortex gibt die Informationen dann dem „Gefühls-Hirn“, dem Limbischen System, weiter, um das Ereignis im Körper erfahren zu können, Flucht, Kampf, Reaktion… Deine Gefühle sind also immer ein Ausdruck im Körper über das was Du gerade denkst.  Im Limbischen System werden nun durch die Gedanken chemische Substanzen ausgeschüttet, Hormone und Botenstoffe, die dann durch das Nervensystem in jede einzelne Zelle Deines Körpers gelangen und der Zelle mitteilen, was sie nun tun soll. Die Anspannung wenn Du Angst hast ist folglich die Signatur des Limbischen Systems als Folge der vorher gedachten Gedanken.

 

Wir beschwören mit unseren Gedanken immer wieder dieselben Gefühle herauf!

Wir haben als Menschen im Laufe der Evolution uns durch eine große Fähigkeit von der Tierwelt abgehoben – wir haben nämlich entwickelt, dass wir über Geschehenes nachdenken können, um für die Zukunft uns besser daran anpassen zu können. Was auf der einen Seite aber unser Überleben gesichert hat, (wenn ich jetzt Beeren sammele, dann komme ich über den Winter), kann uns auf der anderen Seite zum Verhängnis werden.

Wenn wir etwas Intensives erlebt haben, ob positiv oder negativ, dann denken wir nach dem Ereignis, ständig darüber im Geiste nach. Und das produziert wiederum automatisch genau dieselben Emotionen in Dir.

Die Sache ist nun folgende: Je länger Du daran denkst und immer wieder diese Situation fühlst, desto stärker verdrahtest Du im Gehirn Deine Neuronen und brennst damit auch im Körper immer stärker die chemische Signatur der Emotion ein.

 Wiederholen wir dies nun tagelang, wochenlang, monatelang, so konditionieren wir unseren Körper mit diesen Programmen. Es wird also zu einer Gewohnheit, dass wir so denken und so fühlen. Und dies wird allmählich im Unterbewusstsein abgespeichert.

Nichts anderes passiert übrigens, wenn sich Ereignisse immer wiederholen. Dadurch haben wir Laufen, Zähneputzen und Autofahren gelernt. Aber auch, dass wir dumm sind, nichts Wert sind und sonst irgendwelche Glaubenssätze.

Mit der Zeit handeln und fühlen wir nicht mehr bewusst sondern unbewusst.

Machst Du Dir also ständig Gedanken über ein bestimmtes Thema, löst Du damit unbewusst automatisch Deine Gedanken- und Gefühlsschleife aus.

Mit 35 Jahren agierst Du meist nur noch automatisiert. Dein Leben und Deine Gedanken bestimmen unterbewusst zu 95% Dein komplettes Ich. All Deine Gedanken und Gefühle sind Resultat Deiner Konditionierungen in der Vergangenheit. Du lebst quasi völlig automatisiert.

Genau daraus hast Du Deinen “Seins-Zustand” generiert. Ob Du ein Charakter bist, der sich ständig beschwert, sehr hilfsbereit bis zur Aufopferung ist, oder zu Depressionen neigt, hat den Ursprung aus erlebten Erfahrungen.

Aber mache Dir klar, dass das fatale daran ist, dass Du Dich durch das ständige Wiederholen des Ereignisses im Geiste, Dich immer wieder in das Erleben der entsprechenden Emotionen begeben hast und Du dich somit mit dieser Gedanken- Gefühlsschleife selbst konditioniert hast.

Um es krass zu sagen: Du bist ein Produkt Deiner eigenen Gedanken über die Vergangenheit! 

Sicher weißt Du, was es heißt, sich stundenlang dieselben Gedanken zu machen.

Du befindest Dich in diesen Momenten in einer Gedankenschleife, die Dir keinen Ausweg eröffnet. Immer wieder kommen dieselben Gefühle in Dir hoch, die Dich festhalten- ganz einfach weil sie in Deiner Vergangenheit so konditioniert wurden. Und klar ist es ja auch, dass man dafür einen Schuldigen in der Außenwelt sucht. Ja, es ist vielleicht etwas durch Deine Eltern mit Dir passiert, aber durch das immer wieder Gedankenwälzen, hast Du Dir im Laufe der Zeit die Gefühle dazu selbst konditioniert!

Wie ist das bei Dir? Bist Du noch wütend, weil Deine Mutter, dein Vater Dich früher nicht entsprechend behandelt haben, nicht auf Dich eingegangen sind, es heute vielleicht immer noch nicht tun? In welcher Gedanken-Gefühlsschleife hängst Du demnach immer wieder fest?

 

Die 5 Hebel, wie Du nun über die alten Gedanken und Gefühle hinweg kommen kannst

 

1. Sage Stopp

Wenn du nicht weißt, dass Du das alles durchbrechen kannst und so nicht weiterleben musst, wirst Du ewig in Deiner Vergangenheit stecken bleiben. Halte Dir vor Augen, dass Du sehr wohl eine Chance hast, da raus zu kommen!

Deine Aufgabe besteht jetzt darin, bewusst mit Deiner Vergangenheit abzuschließen. Baue Dir selbst eine Schranke und sage laut STOP zu allen Gefühlen und Emotionen die immer wieder bei Dir aufkommen.

Du bist dadurch nicht mehr Opfer der Umstände, sondern entschließt bewusst, Schöpfer Deiner neuen Zukunft zu werden.

Wenn Du Personen in Deinem Umfeld kennst, die auch viel mitgemacht haben, frage sie doch einmal, wie sie es geschafft haben, das alles hinter sich zu lassen.

Du wirst hören: “Die Vergangenheit ist jetzt Vergangenheit. Ich habe aufgehört, ihr einen besonderen Wert in meinem Leben zu geben, oder gar über sie zu sprechen. Sie hat einfach keinen Platz in meiner Zukunft”

 

2. Werde Dir Deiner Gedanken- Gefühlsschleife gewahr

Wenn Du eine schlechte Gewohnheit aufgeben möchtest, dann bedeutet das, sich ständig daran zu erinnern, dass man sie genau wieder praktiziert. Z.B. sich die Haare aus dem Gesicht schieben.

Es beginnt mit der Selbstbeobachtung. Ich nenne es das Selbst –Bewusst – Seins – Training. Stelle Dir einen stündlichen Wecker, der Dich daran erinnert, Dich selbst zu beobachten. Wenn er dann klingelt, frage Dich:

 

  • Was denke ich gerade
  • Was fühle ich gerade
  • Wie verhalte ich mich deshalb

 

Erst wenn Du weißt, wie Du tickst, erst dann kannst Du es ändern

 

3. Wie willst Du in der Zukunft sein

Die meisten Menschen wissen zu 100%, was sie nicht wollen, aber fast keiner weiß, was er wirklich will und wie er sein möchte.

Wenn Du nicht mehr wütend, traurig, panisch sein möchtest, wie willst Du sein?

Mache Dir aber auch Gedanken darüber, wie dieser zukünftige Mensch tickt:

 

  • Wie denke ich neu
  • Wie fühle ich neu
  • Wie verhalte ich mich neu

 

Erst dann kannst Du Dich verändern!

 

4. Das Neue erlernen und trainieren

Wie ich weiter oben geschrieben habe, lernen wir durch Erfahrungen. Denn die erzeugen die Gefühle. Wir können theoretisch erlernen, was Glück ist. Das ist der erste Schritt. Aber wir dürfen es dann auch im Alltag praktizieren, wiederholen und trainieren. Also begib Dich in Situationen, wo Du Dich bewusst dafür entscheiden kannst.

 

5. Die Zukunft im Jetzt leben

Was machen Schauspieler? Sie leben eine Rolle. Je mehr sie sich dann damit identifizieren, desto mehr blühen sie darin auf.

Werde der wichtigste Akteur in Deinem Leben. Wenn Du glücklich sein möchtest, dann lebe es jetzt. Bist Du traurig und wirst Dir gerade dessen bewusst, dann begib Dich in eine Rolle über eine glückliche Person. Wie steht ein glücklicher Mensch, wie atmet er, wie bewegt er sich. Wie sieht sein Gesicht aus. Ahme ihn nach, lebe ihn, verschmelze mit ihm.

Was sich vielleicht jetzt komisch anhört, macht Sinn, wenn Du es tust. Und Du tust es jeden Tag total unbewusst. Wie oft praktizierst Du es in die andere Richtung. Du bist gut drauf und durch einen Umstand wirst Du an die Gedanken und Gefühle der Vergangenheit erinnert, und Zack lebst Du genau wieder diese Rolle der Vergangenheit.

 

Also

Um neue Gefühle wie Liebe, Wertschätzung oder ähnliches, zuzulassen, musst Du Dich bewusst gegen Deine Vergangenheit entscheiden.  Bäume Dich auf und denke daran, dass Du Dich ab nun neu ausrichten möchtest. Natürlich wirst Du manchmal unterbewusst wieder in die alte Rolle verfallen, so bist Du nun mal irgendwann konditioniert worden. Jetzt aber konditionierst Du Dich bewusst völlig neu.

Du fängst an, von Deinen negativen Gefühlen Abstand zu nehmen und verdrahtest Dich mit positiven Erlebnissen und Emotionen völlig neu. Das tolle ist, dass es wie Skifahren lernen funktioniert. Mit jedem Tag, den Du Dich genau beobachtest und mit neuen Gefühlen beschäftigst, wird sich Dein Gehirn von “Altlasten” befreien können.

Trenne Dich unbedingt von dem was Dir nicht gut tut und Dich belastet. Du darfst Dich jetzt wieder vom Opfer zum Schöpfer Deines eigenen Lebens transformieren.

Wie stellst Du Dir Dein Leben vor? Wo willst Du hin und wie soll es in Zukunft werden?

Umgib Dich mit Menschen, die Dich glücklich machen, achte auf Dich und mache das, was Dir gut tut. Auch wenn Du wütend, traurig oder depressiv bist: Die Wissenschaft hat bewiesen, dass sich durch diese Neuroplastizität auch alte Verschaltungen lösen lassen.

 

Übung macht den Meister- oder in diesem Fall: Dein glückliches Leben 🙂

 

Alles Liebe

Deine Bianca Esser

 

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