Denk Dich glücklich

Gute Nachricht für alle Pessimisten: Optimismus lässt sich wie ein Muskel trainieren. Fang am besten heute noch damit an…

Ist bei Dir das Glas er halb voll, oder halb leer? Wenn Du Dein Augenmerk bisher eher auf die Schattenseiten des Lebens gelenkt hast, dann ist vielleicht die Untersuchung der Universität Zürich etwas für Dich. Dort sind Forscher dem Geheimnis positiver Emotionen auf den Grund gegangen.

Glücklichsein lässt sich wie ein Muskel trainieren

Du kannst Dein Wohlbefinden allein dadurch steigern, wenn Du Eigenschaften wie Dankbarkeit, Humor oder Neugierde trainierst. Wenn ich abends mit meinem Sohn im Bett liege fragen wir uns gegenseitig:

  • was wir schönes tagsüber erlebt haben,
  • für was wir dankbar sind und
  • auf was wir heute stolz sind.

Diese 3 Fragen sind zu unserem täglichen Gutenachtritual geworden, welches ich nicht mehr missen möchte.

Laut Willibald Ruch, dem Leiter der Fachgruppe der Hochschule, führt dies dazu, dass wir uns künftig stärker an diesen Dingen erfreuen. Denn wo wir unsere Aufmerksamkeit hinlenken, fließt unsere Energie hin. Probiere es heute also mal aus.

Komme Deinen Gedanken auf die Spur

Es sind nicht die Situationen, die unsere Gefühle erzeugen, sondern das, was wir über diese Situationen denken und wahrnehmen. Bestimmt kennst Du Begebenheiten, in denen Du selbst an die Decke gehen könntest, andere Beteilige aber völlig gelassen reagieren. Ursache dafür sind die unterschiedlichen Denkstrategien, mit denen wir Erlebnisse bewältigen. Willst Du glücklicher und zufriedener sein, solltest Du Dir Deiner Denkstrategien bewusst werden. Lerne sie kennen. Wann bei welchen Situationen treten welche Gedanken auf. Wie verhältst Du Dich daraufhin und was kreiert dieses Verhalten in Dir für Emotionen.

Du weißt bereits, dass Deine Gedanken automatisiert im Hintergrund ablaufen. Sie verursachen in Dir neben einem bestimmten Verhalten auch Emotionen. Gedanken lassen Dich so fühlen, wie Du Dich gerade fühlst. Gerade in Situationen, in denen Du Dich deprimiert, unglücklich, verärgert, ängstlich oder angespannt fühlst, macht es Sinn, Deine Gedanken einmal ganz bewusst langsam und detailliert wahrzunehmen. Nur so gelingt es Dir, die einzelnen Bestandteile Deiner Emotionen zu trennen und jeden für sich zu betrachten und zu bewerten.

Mein Sohn spielt leidenschaftlich Fußball und ist daher in einem Fußballclub regelmäßig beim Training. Nach dem Training geriet er immer so in die Wut, dass er nicht mehr Herr der Lage wurde und mich grundlos beschimpfte und sogar manchmal auf mich einschlug. Er sei immer der erste, der gehen müsste, ich sei eine blöde Mama usw.

Ich dachte innerlich warum er das wohl tue. Er spielt so gerne und doch gerät er dabei in seine Wut. Ich war drauf und dran ihn wieder abzumelden.

Das war aber auch keine Lösung, also stellte ich ihn beim nächsten mal zur Rede. Er wurde noch wütender. Als er sich beruhigte fragte ich ihn, wie er sich fühle. Er sagte müde und hungrig. Da hatte ich es kapiert. Sein Hunger trieb ihn in seine Wut. Die Situation erschöpfte ihn, er war müde und völlig ausgehungert. Seine Gedanken über die Situation, „Mama ist immer die böse“, lösten in ihm die Wut aus, die er dann nicht mehr kontrollieren konnte.

Heute brachte ich meinen Sohn wieder zum Fußball. Da er die letzten Wochen wegen Krankheit ausfiel, vergas ich seine Zornesausbrüche am Ende. Beim Abholen ging es los. Aber ich war gewappnet und nahm ihm direkt den Wind aus den Segeln. Ich sagte ihm, dass er Hunger hätte und dass er daher wieder diese Gedanken dachte, die ihn dann wieder in seine Wut brachten. Er hörte erst nicht zu, wurde aber schlagartig ruhiger. Es dauerte keine Minute und er fing an zu lachen.

Nebeneffekt: Dauerhaft besser drauf

Ruch und sein Team wiesen nach, dass der positive Effekt eines bejahenden Revuepassierens sogar langfristig anhält. In Wiederholungsstudien nach dem durchgeführten achtwöchigen Training zeigten, dass die Lebenszufriedenheit und die Freude auch zwei Monate nach Programmende noch erhöht waren.

Mein Sohn und ich haben unsere Perspektive verändert. Anstelle im Bett über Negatives zu grübeln legen wir unsere Aufmerksamkeit nun auf erfreuliche Dinge. Wir stärken damit unsere Wahrnehmung von positiven Dingen und schwächen somit die negativen Ereignisse ab.

Tagsüber trainieren wir unsere Perspektiven von diversen Situationen zu ändern. Jedes Ereignis, auch wenn es unglaublich schlimm ist, hat immer eine gute Seite. Wir analysieren unsere Gedanken und trainieren sie bei nächster Gelegenheit um.

 

Viel Erfolg wünscht Dir
Deine Bianca Esser

 

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